Detektiv Bedozinsky: Es war früh am Morgen…

Es war früh am Morgen, und in den Fensterscheiben der Häuser der Stadt spiegelten sich die Strahlen der aufgehenden Morgensonne. Detektiv Bedozinsky ging in Gedanken versunken zu seinem Büro. Die Ereignisse der letzten Tage hafteten ihm an den Fersen. Wie schon so oft, lag er in der Nacht zuvor, schlaflos in seinem Bett, während er den vergangenen Tag an seinem geistigen Auge vorüberziehen ließ. Erst in den frühen Morgenstunden hatte er zur Ruhe gefunden. Der Schlaf währte nicht lang, da riss ihn auch schon sein Wecker um 6 Uhr mit einem Schrillen Ton hoch in die Wirklichkeit. Auch draussen war der Tag schon lange erwacht. Nach dem allmorgendlichen Ritual , welches aus einem kurzen Fitnesstraining bei geöffnetem Fenster bestand, sowie der üblichen körperlichen Pflege, die auch die morgendliche Nassrasur beinhaltete, machte sich Heribert Bedozinsky auf dem Weg. An den betäubenden Lärm des Verkehrs zur Rush-hour hatte sich Detektiv Bedozinsky im Laufe der Jahre schon gewöhnt. Sein Büro jedoch lag unmittelbar am Rande eines kleinen Parks. In unmittelbarer Nähe angrenzend befand sich ein kleiner See. Dieser Park bot eine Oase der Ruhe. Hier konnte man abschalten, den Alltag für eine Zeit hinter sich lassen und neue Kraft tanken. Hier traf man junge Mütter, deren Kinder hinter den dicken Stämmen der Bäume verstecken spielten, während die Muttis sich angeregt über die neuesten Kochrezepte austauschten, oder aber auch über die üblichen Kinderkrankheiten fachsimpelten.Auf den Parkbänken saßen ältere Menschen. die sicher genauso viel aus den Stürmen in ihrem Leben berichten konnten, wie diese alten Bäume, deren Wurzeln fest im Boden verankert waren. Hier verbrachten die Workoholics ihre Mittagspause, den Imbiss zu sich nehmend, um sich anschliessend gestärkt in die harte, doch so reale, rauhe Arbeitswelt zurückzustürzen. Dieser Park bedeutete für die Menschen ein wenig Grünoase inmitten des Grossstadtdschungels. So dann und wann, besonders in den Abendstunden, konnte man auch junge, turtelnde Päarchen beobachten, die ihre Liebe, welche ewig dauern sollte, mit Herzzeichen in die Baumstämme ritzen. Ein Relikt für die Nachwelt?! Doch was ist schon ewig? Diese Frage stellte sich Detektiv Bedozinsky oft, wenn er mal wieder einen Auftrag hatte, eine untreue Ehefrau oder einen abtrünnig gewordenen Ehemann zu observieren. In seinem Büro verbrachte er nicht gerade wenig Zeit, um geistigen Ergüssen zu folgen. Entsprechend der Art des Auftrags, saß er oft stundenlang an seinem Schreibtisch, um geeignete Strategien zu entwickeln und die Aufgaben in seinem Team zu verteilen.


Comments are closed.