(Un)freiwilliger Ausblick
Da saß es nun mit gestutzten Flügeln im Labyrinth der Gefangenschaft, zu welchem es sich aus freien Stücken heraus entschieden hatte…
Sein früher so herrlich glänzendes Federkleid, glich nun dem, eines gerupften Huhns…
Nichts war mehr von der Anmut und Schönheit zu erkennen…
Einst ein stolzes Federvieh gewesen, nun zum Pechvogel mutiert…
Als ihm das so wirklich bewusst wurde, war es bereits zu spät…
Hatte es zwischenzeitlich die gute Luft der Freilandhaltung geschnuppert, so zog unser Huhn es doch vor, zu den anderen Hühnern in Gefangenschaft zurückzukehren…
All der Einsatz der Tierschutzorganisation war vergebens gewesen…
Völlig selbstlos wollte es seiner Funktion als eierlegendes Huhn nachgehen, um so seinen Teil zur Nahrungsmittelsicherung für die Gesellschaft beitragen zu “dürfen”…
Veränderung bedeutet Anstrengung…
diese Erkenntnis hatte es sehr wohl, aber es war doch bequemer in alten Gewohnheiten auszuharren…
Und…wenn es nicht gestorben ist, so brütet es, auch auf ungelegten Eiern, noch heute…
(c) B.D.