Detektiv Bedozinsky: Angekommen, endlich angekommen…

Angekommen, endlich angekommen. Nach 5 Stunden Autofahrt hatte Detektiv Bedozinsky sein Ziel erreicht.Nun freute er sich erst mal auf einen Tee in seiner Lieblingsmühle. Hier in Ostfriesland war er schon als kleinerJunge oft mit seinen Eltern gewesen. Hier hatte er schon als Kind die Seele baumeln lassen.Hier war sein zweites Zuhause.Noch heute kehrte er immer wieder gern an diesen malerischen Ort zurück. Das kleine Fischerdörfchen mit seinem unbeschreiblichen Flair zog ihn auch heute, wo er längst den Kinderschuhen entwachsen war, immer wieder magisch an.Wie oft saß er früher als kleiner Junge am Bootssteg und schmiss Steinchen ins Wasser. Wenn es einen Ort gab, wo er sich zurückziehen konnte,an dem er seine Probleme hinter sich lassen konnte, dann war es hier.Die Bedienung in der alten Mühle begrüßte ihn freundlich und erkundigte sich nach seinem Befinden.Nach all den Jahren seiner Rückkehr an diesen beschaulichen Ort, genoss Detektiv Bedozinsky schon einen stattlichen Bekanntheitsgrad.Wie gut der Ostfriesentee tat. Tee in Ostfriesland zu trinken war für die einfacheren Leute erst am Ende des 19. Jahrhunderts möglich geworden.Im 18. Jahrhundert war diese Tradition nur den reichen Bürgern und den Großbauern vorbehalten gewesen.Für das einfachere Volk war der Tee zu teuer und man beschränkte sich auf das Bier, weil man diesesselber brauen konnte.Das Teetrinken hier war für Detektiv Bedozinsky jedes mal neu zu einer lieb gewordenen Zeremonie geworden.Zuerst nahm er einen Kluntje mit einer eigens dafür zuständigen Zange und legte diesen in die Teetasse.Danach übergoss er diesen mit Tee. Das ganze wurde abgerundet, indem er mit einem Sahnelöffel vorsichtig die Sahne auf den so herrlich kupferrotbraun schimmernden Tee laufen ließ.Alsbald bildete sich ein feines Wölkchen, von den Einwohnern liebevoll Wulkje genannt, welches auf keinen Fall umgerührt werden durfte.Früher fragte sich Detektiv Bedozinsky oft, warum die Teetassen so klein waren. Mittlerweile wusste er, dass dies auf ganz alte Sittenzurückzuführen war.In früheren Zeiten schickte es sich nicht, weniger als drei Tassen zu trinken, mehr durften es aber auch nicht sein.Stellte man nach dem Genuss den Löffel in die Tasse, so diente das als Zeichen, dass man keinen Tee mehr haben mochte.Detektiv Bedozinsky liebte diese Art der Tradition, überhaupt war er ein Mann, dem Werte und Traditionen nicht unbedeutend waren.Nach dem Verlassen seiner Mühle, ließ er es sich nicht nehmen, einen Strandspaziergang zu machen.Tatsächlich ging er so oft es eben ging, mehrere Kilometer des Strandes ab, wobei er sich schon auf die beiden Klippen als Anhaltspunkte beschränkte und ihm war, als ob er immer wieder neue Dinge entdeckte.Er liebte es, den frischen Meeresgeruch einzuatmen, er hatte das Gefühl, dass der oft rau herrschende Wind ihm den Kopf frei blies.Das Geräusch der Brandung versetzte ihn eine andere Welt. In eine Welt der Freiheit und Unabhängigkeit.Manchmal wünschte er sich den Möwen gleich zu sein, die so unbeschwert am Horizont dahinglitten.Was für ein unbeschreibliches Gefühl es doch war, barfüßig durch den Sand zu schlendern.Während er Gedankenversunken Fußtritt um Fußtritt im Sand hinterließ, hielt er inne.Was war das? Er traute seinen Augen nicht. In unmittelbarer Nähe befand sich ein Strohhaus auf Pfählen. Detektiv Bedozinsky war sich sicher, dass er es sonst noch nicht wahrgenommen hatte.Dieses Strohhaus, vermittelte den Eindruck einer anderen Zeitepoche, irgendwie sah es sehr geheimnisvoll aus.Es wirkte einladend und abschreckend zugleich.Das Interessante daran war, dass dieses Haus scheinbar keine Fenster besaß. Was es mit diesem Haus auf sich hatte, sollte Detektiv Bedozinsky bald gewahr werden…

Detektiv Bedozinsky liebte seine Arbeit…

Detektiv Bedozinsky liebte seine Arbeit. Schon als kleiner Junge träumte er davon, später einmal Detektiv zu werden. Er verschlang die Bücher mit Detektivgeschichten. Ihm war schon früh bewusst, dass der Weg, ein erfolgreicher Detektiv zu werden, Ausdauer und Hingabe verlangen würden. Die Auftraggeber, zu deren Diensten Bedozinsky stand, sowie deren Zielvorgaben, ließen es nicht zu, nach acht Stunden, Feierabend zu machen. Wie oft saß er bis spät in die Nacht, um sich Gedanken zu machen, scheinbar knifflige Fälle zu lösen. Detektiv Bedozinsky musste schon in in den Anfangszeiten seiner beruflichen Tätigkeit schnell feststellen, dass die Abwicklung von Aufträgen selten planbar waren.. Mehr als die Hälfte seines Lebens hatte Detektiv Bedozinsky hart gearbeitet. Der Erfolg, den er und sein Team mit seiner Arbeit hatte, entlohnte ihn für die Zeit und Mühen, die er ständig in seine Arbeit investierte. Und dieser Erfolg spiegelte sich nicht zuletzt in dem Wohlstand wieder, den Bedozinsky nicht nur in materieller Hinsicht vorweisen konnte. Er besaß ein großes Haus mit Pool, einen Sportwagen und viele Freunde, die bewundernd zu ihm aufblickten. In ihren Augen schien er der perfekte Businessman, dem nicht nur die Welt sondern auch die Frauen zu Füssen lagen. Detektiv Bedozinsky schätze sein Leben, er war dankbar für all das, auf das er blicken durfte und jetzt, wo er mit großen Schritten die 50 erreichte, schien es ihm, als sei er auf dem Gipfel seiner Karriere angekommen. Das Gefühl, sich annähernd alles leisten zu können, was sein Herz begehrte, hatte schon was. Es war eine Art Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit. Trotz allem hatte er in letzter Zeit des öfteren das Empfinden, dass das nicht alles sein konnte. Es war schön, tun und lassen zu können, was man wollte, aber war es das wirklich, was ihn auf Dauer glücklich machte? Diese Frage kam ihm des öfteren in den Sinn, wenn er die spielenden Kinder im Park beobachtete. Sie gingen so unbedarft an die Dinge heran, ihre Art so unkompliziert zu spielen, gedankenversunken in ihrer eigenen kleinen Welt, diese Art faszinierte ihn. Es stand außer Frage, Heribert Bedozinsky war keinesfalls unglücklich, nein, das sicher nicht. Vielleicht war es auch nur eine Kleinigkeit, die ihm zu seinem Glück fehlte.Der Urlaub stand unmittelbar vor der Tür und er beschloss, in der Zeit, wo er die Chance hatte, vom Alltag mal Distanz zu bekommen, eine Auszeit zu nehmen, die Seele baumeln zu lassen, um somit „back to the roots “ zu kehren.

Detektiv Bedozinsky: Es war früh am Morgen…

Es war früh am Morgen, und in den Fensterscheiben der Häuser der Stadt spiegelten sich die Strahlen der aufgehenden Morgensonne. Detektiv Bedozinsky ging in Gedanken versunken zu seinem Büro. Die Ereignisse der letzten Tage hafteten ihm an den Fersen. Wie schon so oft, lag er in der Nacht zuvor, schlaflos in seinem Bett, während er den vergangenen Tag an seinem geistigen Auge vorüberziehen ließ. Erst in den frühen Morgenstunden hatte er zur Ruhe gefunden. Der Schlaf währte nicht lang, da riss ihn auch schon sein Wecker um 6 Uhr mit einem Schrillen Ton hoch in die Wirklichkeit. Auch draussen war der Tag schon lange erwacht. Nach dem allmorgendlichen Ritual , welches aus einem kurzen Fitnesstraining bei geöffnetem Fenster bestand, sowie der üblichen körperlichen Pflege, die auch die morgendliche Nassrasur beinhaltete, machte sich Heribert Bedozinsky auf dem Weg. An den betäubenden Lärm des Verkehrs zur Rush-hour hatte sich Detektiv Bedozinsky im Laufe der Jahre schon gewöhnt. Sein Büro jedoch lag unmittelbar am Rande eines kleinen Parks. In unmittelbarer Nähe angrenzend befand sich ein kleiner See. Dieser Park bot eine Oase der Ruhe. Hier konnte man abschalten, den Alltag für eine Zeit hinter sich lassen und neue Kraft tanken. Hier traf man junge Mütter, deren Kinder hinter den dicken Stämmen der Bäume verstecken spielten, während die Muttis sich angeregt über die neuesten Kochrezepte austauschten, oder aber auch über die üblichen Kinderkrankheiten fachsimpelten.Auf den Parkbänken saßen ältere Menschen. die sicher genauso viel aus den Stürmen in ihrem Leben berichten konnten, wie diese alten Bäume, deren Wurzeln fest im Boden verankert waren. Hier verbrachten die Workoholics ihre Mittagspause, den Imbiss zu sich nehmend, um sich anschliessend gestärkt in die harte, doch so reale, rauhe Arbeitswelt zurückzustürzen. Dieser Park bedeutete für die Menschen ein wenig Grünoase inmitten des Grossstadtdschungels. So dann und wann, besonders in den Abendstunden, konnte man auch junge, turtelnde Päarchen beobachten, die ihre Liebe, welche ewig dauern sollte, mit Herzzeichen in die Baumstämme ritzen. Ein Relikt für die Nachwelt?! Doch was ist schon ewig? Diese Frage stellte sich Detektiv Bedozinsky oft, wenn er mal wieder einen Auftrag hatte, eine untreue Ehefrau oder einen abtrünnig gewordenen Ehemann zu observieren. In seinem Büro verbrachte er nicht gerade wenig Zeit, um geistigen Ergüssen zu folgen. Entsprechend der Art des Auftrags, saß er oft stundenlang an seinem Schreibtisch, um geeignete Strategien zu entwickeln und die Aufgaben in seinem Team zu verteilen.

Geschichten aus dem Leben des Detektivs Heribert Bedozinsky

Liebe Leserin, lieber Leser!

Sowohl Detektiv Bedozinsky, als auch andere in diesen Erzählungen vorkommenden Personen und deren Handlungen sind rein fiktiv.
Die Intention, mit der diese Geschichten geschrieben wurden, besteht darin, wenigstens temporär aus dem realen Alltag abzutauchen, hinein in eine andere Welt, die jedoch beim genaueren Lesen der unsrigen gar nicht so anders ist…
Erleben Sie selbst, inwieweit Sie sich mit der Schlüsselfigur dieser Erzählung identifizieren können, und seien Sie offen, eventuellen Veränderungen, die durch Nachdenken über das Gelesene eintreten könnten, Raum zu geben!
Nur wer stehenbleibt, läuft Gefahr unweigerlich zurück zu weichen. Das Leben ist im ständigen Fluss, wichtig ist, welchen Kurs man nimmt und wichtig ist, sich nicht mit einem Sog mitreißen zu lassen dessen Strudel einem unaufhaltsam ins Uferlose treibt…
Und nun seien Sie gespannt auf das, was hier an dieser Stelle so nach und nach zu Papier gebracht wird!

Falsche Vorstellung

Frierend stand sie unter ihrer Dusche, deren weicher Guss ihr die von ihr erwünschte Wärme zuteil werden lassen sollte… Stattdessen überkam sie das Gefühl, Hagelkörner prasseln auf sie nieder… (c) by B.D.

 
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Eine ungeschickte Art zu gehen

“Schön war es”, dachte sie, während er sich das T-Shirt wieder anzog.
Es war spät, und sie beschloss, das Bett nicht mehr zu verlassen, der morgige Tag war schließlich nicht mehr fern…
“Ich bin nur kurz Zigaretten holen”, sagte er zu ihr, den Schlüssel in der Hand, bereit den Raum zu verlassen…
“Mach das, wenn Du meinst, selbst in der Nacht nicht darauf verzichten zu können”, erwiderte sie.
Die Tür flog ins Schloss, langsam schlenderte er die Straße entlang…

Mitten in der Nacht schreckte sie hoch..
Wo blieb er nur?
Schlaftrunkend schlich sie ins Wohnzimmer, vielleicht war er am Fernseher eingeschlafen?

Alles, was sie jedoch vorfand, war eine halbvolle Schachtel Zigaretten auf dem Wohnzimmertisch und ein zusammengefaltetes Blatt Papier…

(c) by B.D.

 
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Es wird

Verlegen schaute er sie bei seinem Heimkommen an…

Seine Gedanken waren immer noch bei Isabelle, die Schöne,
…die Keusche…
Eine Frau mit Charisma und Charakter…
Eine Frau, die wusste, was sie wollte und eine Frau, bei der ER wusste, was er wollte…

“Alles hat seine Zeit”, dachte er bei sich, als er sich des Anzugs entledigte…
Ja, es war spät geworden, aber schön war es mit ihr gewesen…
das Geschäftsessen…
Und bevor er ins Reich der Träume hinüberglitt, kramte er noch einmal den Zeitungsausschnitt hervor, auf dem ER und SIE während einer Wohltätigkeitsgala abgelichtet worden waren…
Er hatte das Gefühl, mit seinen Vermutungen richtig zu liegen…

Verlegen schaute er sie an…

(c) by B.D.

 
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Gedanken an IHN

SIE hat es sich so richtig gemütlich gemacht in ihrem kuscheligen Bett…
So langsam hat sie die richtige Bettschwere, und in Gedanken lässt sie den Tag Revue passieren…
Nur noch eine geringe Distanz zwischen IHM und IHR

Sanft fährt ER über ihre Haut…
Einklang!

Ohne die Augen zu öffnen, gibt sie sich dem heimeligen Gefühl hin, schön IHN so zu spüren…

SIE und ER,


der ABENDWIND…

©B.D.

 
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(Un)freiwilliger Ausblick

Da saß es nun mit gestutzten Flügeln im Labyrinth der Gefangenschaft, zu welchem es sich aus freien Stücken heraus entschieden hatte…

Sein früher so herrlich glänzendes Federkleid, glich nun dem, eines gerupften Huhns…
Nichts war mehr von der Anmut und Schönheit zu erkennen…

Einst ein stolzes Federvieh gewesen, nun zum Pechvogel mutiert…

Als ihm das so wirklich bewusst wurde, war es bereits zu spät…

Hatte es zwischenzeitlich die gute Luft der Freilandhaltung geschnuppert, so zog unser Huhn es doch vor, zu den anderen Hühnern in Gefangenschaft zurückzukehren…

All der Einsatz der Tierschutzorganisation war vergebens gewesen…
Völlig selbstlos wollte es seiner Funktion als eierlegendes Huhn nachgehen, um so seinen Teil zur Nahrungsmittelsicherung für die Gesellschaft beitragen zu “dürfen”…

Veränderung bedeutet Anstrengung…


diese Erkenntnis hatte es sehr wohl, aber es war doch bequemer in alten Gewohnheiten auszuharren…

Und…wenn es nicht gestorben ist, so brütet es, auch auf ungelegten Eiern, noch heute…
(c) B.D.

 
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Volle Dröhnung

Da stand er nun vor ihr, das Herz in die Hose gerutscht, und auch den Verstand schien er verloren zu haben…

Wie konnte das passieren?
Was war nur in ihn gefahren?

Gab es sie…die Liebe auf den ersten Blick?
Was würden seine Freunde sagen…

Er hatte keine andere Wahl, als es ihr mitzuteilen, was er für sie empfand….

Er beschloss, sie anzumachen….
Und noch bevor sie überhaupt einen Laut von sich geben konnte, begann er lauthals loszusingen…

“You are my first love!”

Und ein paar Sekunden später, stimmte auch “sie” mit ein…

Er war jaaa sooo stolz auf seine erste eigene, mühsam ersparte Musikanlage…

 (c)B.D.

 
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